Rückführung zur Mutter

Bitte nehmen sie keine Babys von seiner Mutter weg, wenn diese sich noch selber darum kümmern kann.
Wenn sie Marderbabys auf dem Dachstuhl, in der Scheune oder einem anderen Versteck entdecken – immer abwarten, ob die Mutter wieder zurückkommt. In den ersten Tagen nach der Geburt verlässt die Mutter die Jungen kaum – und wenn dann nur für kurze Zeit.

Grund sich einzumischen besteht:

  1. Wenn sicher ist, dass die Mutter Tod ist – was sich durch den Fund einer Fähe in unmittelbarer Nähe, anzunehmen ist. Wer kann, sollte sich den Bauch des toten Tieres ansehen. Die Zitzen sind gerötet und leicht geschwollen.
  2. Wenn die Kleinen bereits länger schreien. Dann zumindest beobachten und weiteres Vorgehen planen. Je nach Alter können die Säuglinge ohne größere Probleme zwischen 5 und 12 Stunden überleben. Danach wird es zumindest schon problematisch bzw. ist mit gesundheitlichen Folgen zu rechnen.
  3. Wenn ein oder mehrere Welpen am helllichten Tag ungeschützt irgendwo liegen. Bitte sofort eingreifen wenn es in der prallen Sonne oder im Wasser liegt.
  4. Wenn das Kleine vom Dach gefallen ist. Ist es unversehrt kann eine Rückführung gestartet werden. Dann aber nur, wenn der Ort den man zur Rückführung auswählt gut von der Mutter erreicht werden kann und das Baby solange geschützt vor anderen Tieren ist. Ist das Sturzopfer verletzt kann dieser Versuch unterlassen werden. Es ist unwahrscheinlich, dass die Mutter den Welpen wieder annimmt. Davon abgesehen kann die Fähe keine gebrochenen Beinchen oder innere Verletzungen heilen. Dann bitte sofort zum Tierarzt bzw. Kontakt mit einer Wildtierstation aufnehmen.
  5. Wenn das Baby ersichtlich krank ist. Ein deutliches Anzeichen dafür ist, dass es mit Zecken oder Flöhen übersät ist. Auch Dehydration (ausgetrocknet) ist ein ungutes Zeichen. Dies ist ohne Erfahrung nicht sofort ersichtlich. Im Zweifelsfall Fotos machen und an uns oder eine andere Wildtierstation schicken.

Oberstes Gebot, bevor man weiter überlegt, ist das Tierchen vor Kälte, Nässe, Sonne und anderen Tieren zu schützen.

Weitere Gründe für das Auffinden eines einzelnen Babys:

  • Die Mutter wurde beim Umzug gestört und verliert das Kleine. Ein Umzug findet dann statt, wenn der Nestplatz nicht mehr sicher ist oder die Temperaturen nicht mehr passen (z.B. extreme Hitze im Dachstuhl).
  • Ungünstige Nestplätze ! Die Babys purzeln schon mal aus dem Nest und können dann abstürzen oder sich einklemmen.
  • Das Marderkind wurde von der Mutter getrennt.
  • Unerwünschte Babys. Die Natur ist hier gnadenlos. Babys mit einem Defekt oder einer Behinderung werden ausgesondert.

Rückführung !

  • Anfassen ! Die meisten denken, wenn man es einmal angefasst hat, nimmt es die Mutter nicht mehr an.
    NEIN – das stimmt so nicht. Oft ist es unerlässlich das kleine Wesen schnell in Sicherheit zu bringen. Dazu dürfen sie es anfassen ! Marder leben in Menschennähe und scheuen den Geruch nicht.

Marderbabys

Augen noch zu, 30 bis 200 Gramm, schreien wie kleine Vögelchen, kann nicht laufen, passt in eine Handfläche.

  • Ein Karton mit wärmenden Decken und evtl. sogar einer handwarmen Wärmeflasche ist nötig, bis die Mutter kommt. Das kann auch mal etwas länger dauern. Sicher kommt sie erst bei Dunkelheit aus ihrem Versteck.
  • Flüssigkeit. Am besten einen dünnen Kamille/Fencheltee mit etwas Honig, mit einer Spritze ohne Nadel ins Maul tropfen. Vorsicht ! Weniger ist mehr. Lieber nur tröpfchenweise an die Lippen geben. Gefahr der Verschluckung ist enorm groß.
  • Bei Dunkelheit kann dann ein Versuch gestartet werden. Dazu das Baby vor Kälte und anderen Tieren (Katze, Eule usw.) geschützt so plazieren, dass die Mutter rankommt aber das Baby nicht weglaufen oder abstürzen kann.
  • Kommt die Mutter nicht innerhalb der ersten Nachthälfte wird es für das Kleine kritisch. Dann bitte den Versuch abbrechen und wie unter Erste Hilfe versorgen.

Größere Marderkinder

Augen auf, können schon gehen/laufen, versteckt sich, hat Angst, kann schon feste Nahrung fressen, Gewicht ab ca. 400 Gramm.

Sobald die Mutter mit den Kindern die ersten Ausflüge unternimmt, bleibt sie mit ihnen auf dem Boden. Nachts erkunden sie die Umgebung. Auf dem Weg kann so einiges passieren. Ein fremdes Tier oder ein Mensch kann die kleine Familie stören und sie müssen schnell ein Versteck suchen. Wenn da ein Unglückswurm in die andere Richtung läuft und der Sonnenaufgang naht, sitzt so ein verlorenes Kind schon mal im Garten oder Garage und schreit nach der Mama.

  • In dem Fall bitte ebenfalls erst mal das Kind sichern ! Am Tag kommt die Mutter nämlich sicher nicht und es kann anderen Tieren (Krähen, Eichelhäher usw.) zum Opfer fallen.
  • Also Kind einfangen (mit Handschuhen oder einer Decke) in eine Katzentransportbox oder Ähnliches setzen,
  • mit Wasser und Katzenfutter versorgen.
  • Am Abend bei Dämmerung dann das Kind wieder am Fundort (oder falls zu gefährlich an einem sicheren Ort in der Nähe) plazieren.
  • Bitte beobachten und im Notfall eingreiffen. Wenn das Kind die halbe Nacht umher irrt, schwinden die Chancen dass es den Familienanschluß wieder findet. Dann bitte das Kleine wieder sichern und weiter informieren z.B. auf unserer Startseite

Ist eine Rückführung nicht möglich hat das Folgen.

Folgen für die Mutter:
Sie wird Suchen ! Ob die Gefühle einer Mardermama genauso stark sind wie die einer Menschenmama wissen wir nicht. Kann ein Marder weinen ? Keine Ahnung !
Feststeht, dass Marder extrem sensibel und feinfühlig sind. Wer also denkt, dass es dieser Mutter egal ist … der irrt gewaltig. Ich habe vor 4 Jahren eine Fähe gepflegt, die nach einem Autounfall einen Abgang hatte. Und ich schwöre …. sie hat getrauert !
Auch die gesundheitlichen Folgen sind nicht zu unterschätzen. Die Milchleisten sind voll und werden nicht mehr besäugt. Milchstau und Entzündung ist zu erwarten.

Folgen für die Kinder:
Psychisches Trauma ! Sie werden aus ihrem heilen Leben gerissen. Verlust der Mutter und evtl. sogar Verlust der Geschwister. Eine neue Umgebung, eine fremde Hand die mit einem kalten Plastik-Nuckel ankommt. Eine Milch, die nichts mit der von Mama zu tun hat. Muss ich noch mehr erzählen ??

Vater ? Nein, keine Sorge. Der hat mit der Aufzucht nichts zu tun. Im Gegenteil die Fähe wird ihn während der gesamten Geburts- und Aufzuchtszeit nicht in die Nähe lassen.

Also, bitte nichts unüberlegtes tun !
Erst handeln, wenn es sein muss … dann aber richtig ! … und immer im Sinne des Tieres !

Im Zweifelsfall nehmen sie Kontakt mit uns auf – siehe Startseite !