Nerz & Mink

Europäischer Nerz Mustela lutreola Amerikanischer Nerz Neovison vison (Mink)
 Systematik Familie Marder, Gattung Mustela Familie Marder, Gattung Neovison
 Größe Kopfrumpflänge 28 bis 43 cm, Schwanz 12 bis 19 cm Kopfrumpflänge 30 bis 43 cm, Schwanz 13 bis 23 cm
 Gewicht 400 bis 800 gr. Rüden deutlich schwerer als Fähen 700 bis 2300 gr. Rüden deutlich schwerer als Fähen. Gewicht bei massigen Farmrüden kann auch über 3 kg sein, allgemein neigen Farmnerze auch zu Verfettung und haben oft übermäßig weite Haut.
 Alter wird auf 7 bis 10 Jahre geschätzt 7 bis 10 Jahre
 Nahrung Nagetiere, Frösche, fische, Krebse. Tauchen sogar um Nahrung zu erbeuten. Säugetiere (wie Bisam, Hasen und Spitzmäuse), Krebse und Frösche. Manchmal erbeuten sie auch Wasservögel und Fische
 Besonderheiten Dichtes, Wasserabweisendes Fell: Rötlich, Brauntöne bis Schwarz. Kinn und Oberlippe ist weiß.

Wurde vom robusteren, anpassungsfähigerem Mink zum Teil verdrängt.

Weitere Infos: Verein zur Erhaltung des Europäischen Nerzes EuroNerz e.V.

Die Bestände gehen hauptsächlich auf aus Pelztierfarmen ausgebrochene Tiere zurück.

Ihr Lebensraum ist ans Wasser gebunden. Sie haben Schwimmhäute an den Zehen.

Durch Züchtungen sind mittlerweile viele Farbvarianten vorhanden. Sein Fell ist voller und weicher als das des Euronerz. Deshalb wird er auch leider in Pelzfarmen gehalten. Die „Naturfarbe“ ist dunkelbraun mit weißem Kinn.

 Paarung  Februar / März  Februar/März
 Tragzeit  35 bis 72 Tage (verzögerte Einnistung)  40 bis 80 Tage
 Geburt  April/Mai 4-5 Junge  April/Mai 3-6 Junge
 Geschlechtsreife  ab 1 Jahr  ab 1 Jahr
 Schonzeiten Bereits fast ausgestorben und streng geschützt ! Keine Schonzeit ! Darf ganzjährig bejagt werden.

Aufgrund der Seltenheit des Europäischen Nerz gab es bisher noch keinen einzigen Findling dieser Marder-Art. Deshalb stellen wir euch an dieser Stelle den häufiger vertretenen Amerikanischen Nerz vor.

Amerikanischer Nerz (Mink):

Haltung

Minks dürfen nicht ausgewildert werden. Deshalb ist eine Gehegehaltung zwingend nötig. Wohnungshaltung ist aus mehrere Gründen nicht zu empfehlen. Minks sind jedoch keinesfalls mit Frettchen zu vergleichen.
Sie werden nur mit intensiver Beschäftigung zahm, aber nie so zahm, wie Frettchen. Sie werden allgemein nicht gerne festgehalten oder hochgenommen, beißen schnell zu und sind eben weder Haus- noch Wildtier. Es gibt Individuen, die wollen gar nicht angefasst werden, auch wenn sie als Welpen zahm waren, wieder andere bleiben auch im erwachsenen Alter entspannt und menschenbezogen. Menschenkontakt: Wenn, dann sucht sich ein Nerz meist nur 1 Bezugsperson aus.

Hier die Voraussetzungen für eine Minkhaltung im Gehege:

Nerze sind hervorragende Schwimmer. So erbeuten sie auch Fische, Krebse und andere Wassertiere.

1. Wasser: Der Mink muss Jagen und Fischen dürfen um sich wirklich wohl zu fühlen. Dazu ist ein Teich oder ein Pool erforderlich.

 

 

 

 

 

 

 

Wasser, Tunnel, Spielsachen …. das braucht der Mink zum Glücklichsein !

2. Gehege: Die Größe soll pro Tier mindestens 10 qm besitzen. Mehr ist besser ! Die Tiere benötigen ausreichend Lauffläche zum trainieren und erhalten der Muskulatur. Viel zum klettern ist nicht nötig. Dafür aber ausreichend Spielsachen wie Tunnel, Röhren, Baumstämme, Höhlen usw.

 

 

 

 

 

 

Nerzkinder. Spielen, Fressen, Wachsen ….

3. Gesellschaft: Zur Haltung ist es empfehlenswert 2 Tiere zu halten. Einzelhaltung ist auf Dauer zu eintönig. Allerdings sollten die Tiere sich von klein an kennen. Eine Vergesellschaftung von Erwachsenen Minks ist selten ohne Probleme möglich.
– Ideal wäre eine Paar-Haltung – also Rüde und Fähe.
– Zwei Fähen geht so gut wie immer schief und kann sogar tödlich enden.
– Zwei Rüden ist eher möglich – aber dann am besten schon von Welpenalter an.
– Eine Vergesellschaftung mit anderen Tierarten wie Katze, Frettchen usw. ist dringend zu vermeiden. Minks können sehr brutal sein und das unterlegene Tier schwer verletzen oder sogar töten.

 

4. Futter: Artgerecht sollte sie sein ! Dazu gehört ausreichend Fisch. Nahrungsergänzungen wie Vitaminpasten und derartige Leckerlies sollten auf Ausnahmen reduziert sein. Einen ausgewogenen Speiseplan bekommen sie bei Minkhaltern mit langjähriger Erfahrung. Dazu empfehle ich diverse Foren im Internet aufzusuchen die sich darauf spezialisiert haben. Kontakte und Infos dazu kann Ihnen auch unsere Lena H. geben. Sie ist erreichbar unter: baummarder(ät)marderhilfsnetz.de

Hauptnahrung ist Fleisch. Nur Dosenfutter würde auf Dauer eine Mangelernährung darstellen.

Fell und Knochen von Beutetieren sind für den Stoffwechsel dringernd nötig.

Auch Vögel gehören zur Ernährung. Die Federn werden nicht (absichtlich) mitgefressen.

Durch die Befederung an das Fleisch zu gelangen ist aber eine gute Beschäftigung und der Jagdtrieb wird gefordert.

5. Farbvarianten

Minks gibt es in vielen interessanten Farbvarianten. Sämtliche Farbschläge entstanden in den Pelzfarmen. Die „Naturfarbe“ ist dunkelbraun mit weißem Kinn. Einige Farben sind nur kurzlebig und leiden vermehrt an Gendefekten (z.B. Jaguar (kuhfleckig): oft blind, taub, kurze Lebensspanne, infektionsanfällig…)