Dachs

Steckbrief Europäischer Dachs (Meles Meles):

Klasse Säugetiere (Mammalia), Ordnung Raubtiere (Carnivora), Familie Marder (Mustelidae), Gattung Dachs (Meles)

Länge: Körperlänge ohne Schwanz = 65 bis 90 cm, Schwanzlänge = 10 bis 20 cm – somit der größte einheimische Marder. Rüden sind größer als Fähen.
Gewicht: 12 bis 15 kg – somit der schwerste einheimische Marder. Rüden sind dabei schwerer als Fähen.
Lebensalter: unter natürlichen Bedingungen bis 15 Jahre. Durch Jagd und Autoverkehr aber, schaffen es nur wenige Dachse 10 Jahre alt zu werden.

Nahrung: pflanzliche Kost, Regenwürmer und Insekten, seltener mal kleine Säugetiere (Mäuse, Maulwurf, Igel), auch Gelege von Bodenbrütern und fluchtunfähigen Junghasen, aber nur entdeckte Zufallsbeute. Der Dachs ist kein Jäger wie der flinke Fuchs, sondern ein „bummelnder“ Sammler.
Besonderheit: überhalb des Anus befindet sich eine Subkaudaldrüse. Das Sekret daraus dient der Markierung von Revier und Artgenossen. Keine festabgegrenzten Reviere untereinander.

Paarung: meist ab Juli/August der gerade geschlechtsreif gewordenen Dachse. Bei älteren Dachsen kommt es bereits zur Paarung gleich nach der Geburt der Jungen im Januar/Februar.

Tragzeit: Keimruhe bis Dezember/Januar, ab Einnistung der Eizelle dann ca. 45 Tage Tragzeit
Geburt: Ab Januar/Februar. 2-3 Babys (selten bis zu 5). 120-180 mm lang, ca. 100 gr schwer,
Geschlechtsreife: ab dem zweiten Lebensjahr (ab 13 bis 18 Monaten)

Schonzeiten: in Bayern vom 1. November bis 31. Juli – in einigen Bundesländern sogar ganzjährig . Siehe dazu unter: Schonzeiten in Deutschland 

Dachsbabys werden eher selten gefunden. Zumindest im Vergleich zu den anderen Marderarten. Da wir auf unserer Homepage jedoch gerne Erfahrungswerte und fundierte Infos weitergeben möchten, haben wir uns im Falle „Dachs“ gleich einen Erfahrenen Buchautor ins Boot geholt.

Jürgen Huhn hat nicht nur das Buch „Dachse auf nächtlichen Pfaden“ geschrieben sondern auch mehrmals Dachskinder erfolgreich aufgezogen.

Die folgenden Angaben beziehen sich also auf Erfahrungswerte von Jürgen Huhn
Die Fotos sind von unserer lieben Kollegin Sandra V.

Vielen Dank an Jürgen und Sandra

Buchtip: 

Dachse auf nächtlichen Pfaden.

Aufzucht:

Bereits als Säugling erkennt man deutlich das weiß-schwarz gestreifte Gesicht.

Wie alle Marderbabys braucht der kleine Dachs auch die Flasche.

… und kuscheln muss sein. Besser ist jedoch schnell ein Artgenosse im gleichen Alter.

Welche Milch ?

„Royal Canin“ Kitten oder Welpen – Aufzuchtmilch
Mischungsverhältniss: 1 zu 2 – also 1 Teil Pulver auf 2 Teile Wasser
Bei der Royal Canin – Aufzuchtmilch sind Kitten und Welpen absolut identisch.

„Gimpet-Aufzuchtmilch für Kätzchen“
Mischungesverhältniss: 1 zu 3 – also 1 Teil Pulver auf 3 Teile Wasser

„Esbilac“
Mischungesverhältniss: 1 zu 3 – also 1 Teil Pulver auf 3 Teile Wasser

Fütterung:
pro Mahlzeit ca. 90 ml und zunehmend. 4 – 5 mal pro Tag. Die Milchmahlzeiten erfolgen bis ca. Mai mit geringerwerdender Milchmenge. Danach kann mit fester Nahrung begonnen werden. Getreidefreies Nassfuter (z. B. Animonda) ist als Anfangsnahrung ausreichende. Dann aber sollte nach und nach der komplette Speiseplan vorgestellt werden. Siehe Steckbrief oben – Nahrung.

Bauchmassage:

nach dem Fläschchen, mit einen weichen, feuchtwarmen Schwamm oder Tuch. Dann zeigt sich bald ein kleines, helles festes Würstchen und auch heller Urin.

Alarmsignal: wenn Durchfall eintritt oder die grauen Deckhaare ausfallen. Eine mögliche Ursache wäre dass zu früh mit der Fütterung der Milch aufgehört und versucht wird nur mit fester Nahrung weiter zu füttern.

Einzelaufzucht:

ist auch für einen solch kleinen Dachs unbedingt zu vermeiden. Er besitzt bereits die „Gene“, die ausschlaggebend für das später so gesellige Leben mit Artgenossen ist. Also möglichst viel Kontakt mit ihm halten. Sie suchen und brauchen in diesem Alter auch immer die körperliche Wärme des vermeintlichen „Muttertieres“. (Zitat Jürgen H.: Diggi lag bei mir im Bett, oder an meinen Füßen in ihrem Körbchen, das immer bei langer Schreibarbeit mit unter dem Schreibtisch stand.)

Sonstiges:

Sollte der kleine Dachs schon auf seinen kleinen Beinchen unterwegs sein, ruhig das Katzenklo schon mal hinstellen. Er lernt recht schnell es ordentlich zu benutzen.

Auswilderung:

Die großen Füße und kräftigen Krallen sind zum Bau einer Höhle nötig.

Auch vor Wasser gibt es keine Scheu.

Winterpelz

Bereits im Sommer mit Ausflügen in das bereits vorher inspizierte Gebiet beginnen. Aber nur in der Dunkelheit und regenfrei. Wenn er sehr handzahm ist, wird er immer wieder mit zurück kommen. Ideal wäre ein bewohnter Dachsbau mit Jungen. Dort wird er in der Regel auch bereits beim ersten Kennenlernen bleiben und von den Bewohnern freundschaftlich aufgenommen. Nur müsste der Bau einige Zeit beobachtet werden. Ein unbewohnter Bau tuts aber auch. Nur sollte er nicht zu nah an einer stark befahrenen Straße liegen. Am Bau aber immer seine Leckerbissen abstellen, auch wenn er die erste Zeit immer wieder seinem „Muttertier“ nach Hause folgt. Hat der Dachs zum Pfleger keine besondere Bindung, wird er den Bau gleich für einige Zeit beziehen. Nicht aber sein Futter vergessen und wenn möglich seinen abendlichen Austritt beobachten. Sicher wird in manchen dieser Baue noch der Geruch von fremden Artgenossen liegen, was aber kein Problem darstellt. Auf keinen Fall den jungen Dachs irgendwo in der Wildnis aussetzen und wenn es dort noch so abgeschieden und naturnah erscheint. Auch ein fremder Erdbau ist immer ein Anziehungspunkt und vermittellt dem jungen Dachs Sicherheit und Geborgenheit.

Falls sie das Findelkind in erfahrene Hände geben möchten, fragen sie in den Wildtierstationen vorher besser nach ob Erfahrung mit Dachsen vorhanden ist. Hier sollten weitere Wege in Kauf genommen werden um einen wirklich passenden Platz (bestenfalls schon mit gleichaltriger Gesellschaft) zu finden.

Bei der Suche helfen wir auch gerne. Siehe Mardertelefon auf der Startseite.