Aufzuchtmilch

Nachdem die ersten 10 Stunden auschließlich Fenchel/Kamilletee gegeben wurde, kann nun langsam auf die Milch umgestellt werden. Fläschchen mit Aufzuchtmilch muss handwarm gegeben werden .
Die besten Erfahrungen haben wir mit "Royal Canin - Puppy oder Kitten -Milk" und "Gimpet Cat-Milk" gemacht. Der Kuhmilchanteil im Pulver ist so verarbeitet worden, dass die Milch ohne Probleme verdaut werden kann. Gänzlich ungeeignet für Marder sind: Esbilac, Astorin Kätzchenmilch und Ziegenmilch (vor allem wenn sie über 43 Grad erhitzt wurde - Pasteurisiert = 60 - 90 Grad erhitzt). Bitte verwechseln sie nicht "Katzenmilch" mit "Katzenaufzuchtmilch". Die Katzenmilch in den kleinen Tetrapacks vom Supermarkt ist absolut ungeeignet zur Aufzucht und kann sogar lebensgefährlich sein (verklebung der Harnwege, Verstopfung).

Die ersten Milchgaben sollten etwas dünner angemischt werden als vom Hersteller empfohlen. Am besten man nimmt anstatt Wasser den gleichen verdünnten Tee, den man für die ersten 10 Stunden verwendet hat. So kann eine langsame Gewöhnung für Magen und Darm stattfinden.

Mischungen:

1. "Royal Canin" Kitten oder Welpen - Aufzuchtmilch
Mischungsverhältniss: 1/2 - also 1 Teil Pulver auf 2 Teile Wasser
Bei der Royal Canin - Aufzuchtmilch sind Kitten und Welpen absolut identisch.

2. "Gimpet-Aufzuchtmilch für Kätzchen"
Mischungesverhältniss: 1/3 - also 1 Teil Pulver auf 3 Teile Wasser

In der Royal Canin Aufzuchtmilch ist das Fläschchen und ein Nuckel bereits dabei. Der Nuckel ist möglicherweise etwas zu groß. Im Zoohandel gibt es kleinere Fläschchen für Säugetiere zu kaufen. Für ganz kleine Marderchen bietet sich auch eine 5 ml -Spritze an. Hier heißt es einfach ausprobieren. Das Loch im Nuckel nie zu groß machen - Verschluckungsgefahr. Für die ersten Tage empfehle ich die 1 ml Spritze - so kann man am besten dosieren und vermeidet eine Verschluckung. Sehr schwache Babys sind oft nicht in der Lage selbstänig zu nuckeln.

Bitte immer abgekochtes Wasser genommen verwenden - Wasser sollte aber zum Anmischen nicht mehr kochend heiß sein - das gilt auch für den Tee. Das Verhältnis Wasser zu Pulver steht genau auf der Packung (meistens 1 Teil Pulver zu 2 Teilen Wasser). Da wir pro Mahlzeit eine sehr kleine Menge benötigen sollte auch genau gemessen werden. Die Trinktemperatur kann wie bei Menschenbaby's am inneren Handgelenk erfühlt werden. Auch wenn es aufwendig ist - zu jeder Mahlzeit frisch anrühren und übrige Milch wegschütten. Wenn es nötig ist lieber noch mal was anrühren.

Die fertige Milch nicht in der Mikrowelle erwärmen - das vernichtet Mineralien und Vitamine.
Wird die Milch zu dünn angerührt, schreit das Kleine möglichweise viel, weil Nahrung fehlt. Ist sie aber zu dick gemischt, wird die Leber überlastet - das kann zu Bläschen am Bauch führen.

Milchmengen / Gewichtstabelle:

Alter
Gewicht
Milchmenge
bis zur 1. Woche 30 Gramm 2-3 ml pro Mahlzeit *
2. Woche 100 Gramm 3-5 ml pro Mahlzeit *
3. Woche 180 Gramm 5 bis 8 ml *
4. Woche 240 Gramm 6 bis 12 ml **
5. Woche 300 Gramm 10 bis 15 ml **
6. Woche 350 Gramm 15 bis 20 ml ***
7. Woche 420 Gramm 20 bis 30 ml ***
8. Woche 550 Gramm 30 bis 40 ml *** plus Animonda Kitten
9. Woche 620 Gramm kaum mehr Milch
ab 10. Woche 700 Gramm nur noch Wasser und Animonda

*Fütterung alle 2 Stunden (ab Ende der Fütterung gerechnet)- auch nachts. Häufigere Mahlzeiten haben sich erfahrungsgemäß als ungünstig herausgestellt, da das jeweilige Aufwecken einen großen Stress bedeutet und die aufgenommene Milchmenge dann auch sehr gering ist.

**alle 2-3 Stunden - nachts 3 Stunden

***alle 4 Stunden. Nachts nur noch alle 5 Std.
Ab der 8. Woche (500 Gramm) kann die Umstellung auf feste Nahrung beginnen. Dazu am besten abwechselnd Milch und "Animonda Kitten" anbieten - niemals zusammenmischen ! Auch Wasser kann schon angeboten werden. Der Umstieg von Milch zu festem Futter sollte in max 5 Tagen vollzogen sein - dann keine Milch mehr geben - sonst kann immer wieder Durchfall kommen. Milch und festes Futter nie mischen und auch immer ca. 1 Stunde zwischen den beiden Nahrungsgaben abwarten.

Je länger ein Junges von seiner echten Mardermama versorgt wurde, desto größer können die Gewichts-Abweichungen sein.
Daher ist es unumgänglich, neben dem Gewicht auch den Stand der Entwicklung im Bezug auf Augen, Zähne, Bewegungsabläufe, Farbe und Konsistenz des Kots usw. zu berücksichtigen, um eine halbwegs genaue Bestimmung des Alters zu ermöglichen.
Besonders wichtig ist dies bei der Entscheidung, ob noch Aufzuchtsmilch oder bereits festes Futter gegeben werden soll. So kann es sein, dass ein Marderkind mit 390 Gramm bereits feste Nahrung bekommen kann oder eines mit 550 Gramm noch unbedingt seine Milch haben will.
Wird ein Marderkind mit über 400 Gramm gefunden, macht es oft keinen großen Sinn, es dann noch an die neue Aufzuchtmilch zu gewöhnen - oft ist dann Durchfall das Ergebnis. In dem Fall erstmal die Teemischung - siehe "Erste Hilfe" dann langsam fein püriertes Animonda anbieten.

Bitte nie Kuhmilch !!!

Folge: Trockene Haut, Haarausfall, Hautprobleme uvm. Der Milchzuckergehalt ist hier zu hoch und führt zu Durchfall - welcher bei sehr kleinen Marderbabys sogar zum Tod führen kann. Das gleiche gilt für Sahne und Kaffeesahne.

Ziegenmilch wäre noch eine gute Alternative. Allerdings darf diese nicht homogenisiert oder pasteurisiert sein - führt zu schweren Folgeschäden (dies wurde in einer Studie bestätigt, bei der kleinen Ziegen, die haltbar gemachte Ziegenmilch, gegeben wurde). Also hier nur Ziegenfrischmilch - die leider sehr selten zu bekommen ist !

Mit Esbilac-Aufzuchtmilch und Beaphar-Aufzuchtmilch haben wir bisher keine guten Erfahrungen gemacht. Leider wurde uns dies bereits mehrmals in Form von auftretenden Mangelerscheinungen bestätigt.
Ebenfalls ist "Dr. Clauder's Katzenmilch" ungeeignet. Wie schon auf der Packung angegeben: Für mutterlose Jungkatzen und für das Muttertier während der Trächtigkeit. Aber keinesfalls als Aufzuchtmilch zu verwenden.

Milchflaschen mit Sauger von Royal CaninAm besten die Milchmenge und einmal täglich das Gewicht aufschreiben. Es sollte eine konstante Zunahme erfolgen. Allerdings gibt es immer wieder mal einen kleinen Rückschlag. Tage, an denen mal nicht soviel wie sonst getrunken wird oder auch mal eine Gewichtsabnahme um ein paar Gramm stattfindet. Das ist ok, solange es am nächsten Tag wieder mehr ist.

 

 

 

 

 

 

Milchsorten - Vergleich

Milchart

Gut

Schlecht

Kuhmilch

Finger weg ! Bitte auch nicht vorrübergehend geben - dann lieber Wasser bzw. Fencheltee.

Zuviel Milchzuckergehalt - führt unweigerlich zu Durchfall welcher kleinen Marderchen sogar das Leben kosten kann. Der hohe Caseingehalt führt zu Verschleimung in den Atemwegen.
Egal ob Frischmilch oder Haltbare Kuhmilch - Ungeeignet für alle Wildtierarten.

Ziegenmilch

Finger weg !!!
Ausnahme:
1. Frische Ziegenmilch direkt von der Ziegenmutter abgenommen wäre eine sehr gute Alternative zur Mardermilch. Allerdings ist diese Milch kaum erhältlich. Sie müßte ohne Umwege sofort und noch Mamawarm an das Marderbaby weitergegeben werden.
2. Bei der Aufzucht von Rehkitzen wird past. Ziegenmilch unseres Wissens gelegentlich erfolgreich eingesetzt. Also bei Tieren mit Vormägen (Wiederkäuern). Marder sind jedoch im Gegensatz zu Rehen Fleischfresser.

Pasteurisierte oder Homogenisierte Ziegenmilch ist nicht geeignet. Eine Studie mit dieser behandelten Milch wurde Milchlämmern gegeben. Ergebnis: Die meisten starben innerhalb weniger Tage. Grund dafür: Jedes Lebewesen (Mensch und Tier) kann eine Temperaturerhöhung über 43 Grad Celsius nicht überleben. Homogenisierte und Pasteurisierte Milch wurde allerdings weit über 50 Grad erhitzt und ist somit absolut tod. Selbst die vielen lebenswichtigen Bakterien und Vitamine sind abgetötet und nutzen uns somit nichts mehr. Folge für das Marderkind: Extreme Mangelerscheinungen und sogar Todesfälle.

Sahne und Kondensmilch

Finger weg !

Sahne enthält kein Calzium und kein Taurin. Mangelerscheinungen wären die Folge. Marderchen mit Mangel an Calzium bekommen oft kein dichtes Fell. Es entstehen sie sogenannten "weißen Marderchen". Mit diesem Mangel ist nicht zu spaßen. Eine weitere Folge ist die Erblindung - siehe "Blindheit bei Mardern".

Außerdem kann der sehr hohe Fettgehalt die Leber schädigen. Die Organe können dieses hohen Fettgehalt noch nicht verarbeiten. Ebenso wäre eine Verschleimung von Mund und Rachenraum vorprogrammiert.

Aufzuchtmilch

Am geeignetsten sind:
1. "Royal Canin" Kitten oder Welpen - Aufzuchtmilch
Mischungsverhältniss: 1/2 - also 1 Teil Pulver auf 2 Teile Wasser
Bei der Royal Canin - Aufzuchtmilch sind Kitten und Welpen absolut identisch.

2. "Gimpet-Aufzuchtmilch für Kätzchen"
Mischungesverhältniss: 1/3 - also 1 Teil Pulver auf 3 Teile Wasser


Zu dünn gemischte Milch führt wieder zu Mangelerscheinungen. Aufzuchtmilcharten, die mit mehr Wasser als 1:3 gemischt werden sind einfach zu dünn.

Mit Esbilac-Aufzuchtmilch haben wir bisher keine guten Erfahrungen gemacht. Leider wurde uns dies bereits mehrmals in Form von auftretenden Mangelerscheinungen bestätigt.
Ebenfalls ist "Dr. Clauder's Katzenmilch" ungeeignet. Wie schon auf der Packung angegeben: Für mutterlose Jungkatzen und für das Muttertier während der Trächtigkeit. Aber keinesfalls als Aufzuchtmilch zu verwenden.

Katzenmilch

Absolut ungeeignet !!! Als Leckerchen für erwachsene Katzen gedacht. Diese Milch ist lediglich laktosereduziert um sie für erwachsene Katzen verträglich zu machen. Wir wollen hier aber Baby's ernähren. Finger weg !

Bitte verwechseln sie nicht "Katzenmilch" mit "Katzenaufzuchtmilch". Die Katzenmilch in den kleinen Tetrapacks vom Supermarkt sind absolut ungeeignet zur Aufzucht. Ebenso diverse Milchpulversorten für kranke Katzen oder Mamakatzen. Oft steht auch auf der Packung "Milch für Kätzchen" oder für "heranwachsende Kätzchen".

Tee

Wenn keine Aufzuchtmilch vorhanden ist, kann mit Tee überbrückt werden um ein Austrocknen zu vermeiden. Folgende Teesorten sind geeignet: Fencheltee, Kamillentee. Bitte immer den ersten Aufguß wegschütten und nur den zweiten verwenden. Am besten nochmal mit Wasser verdünnen.

Keine Nährstoffe, deshalb nur als Übergangslösung zu verwenden. Am Folgetag umgehend Aufzuchtmilch besorgen.
Nieren- und Magentee beinhalten häufig Pfefferminz oder Ortosyphonis Blätter. Diese Kräuter sind ungeeignet. Ebenfalls Früchtetee oder Schwarzer Tee - Bitte nicht !

Vergleich von Inhaltstoffen der häufigsten Aufzucht-Milchsorten

Marderhilfsnetz  •  Copyright © 2015 by Karin Amann