Parasiten bei Marderartigen

Äußere Parasiten (Ektoparasiten)

Hierbei handelt es sich vorwiegend um Blutsaugende Parasiten. Bei geschwächten oder sehr kleinen Mardern kann es dadurch sehr schnell zum Verlust der Kräfte führen. Nicht nur, dass bei mehreren dieser Blutsaugern schnell eine hoher Blutverlust stattfindet - es werden meist auch noch blutverdünnende, teils giftige Substanzen in den Marderkörper geleitet.

Flöhe

Flöhe können auch Überträger von Bandwürmern sein. Der Floh an sich ist gut mit dem Auge zu erkennen - er hüpft weg und verkriecht sich schnell im Fell der Marderchen. Nicht zu verwechseln mit dem Flohkot - das sind die kleinen schwarzen Pünktchen die aus dem Fell fallen. Diese Pünktchen auf ein nasses Taschentuch gelegt, färben sich leicht rot (das verdaute Blut des Marders).
Bester und schonendster Weg bei geschwächten Mardern und bei Babys: Absammeln !!!
Zur Behandlung eines stabilen und etwas größeren Marderchens (auch bei Milchbaby's wenn absolut fit) kann "Exner Petguard" eingesetzt werden. Dazu das ganze Fell komplett damit einsprühen bis das kleine Klatschnass ist - natürlich nicht in die Augen und ins Mäulchen sprühen. Danach abtrocknen und warm und zugfrei setzen. Das ganze muss an mehreren Tagen wiederholt werden um auch die frisch geschlüpften Flöhe zu erwischen. Die Bettchen und Tücher müssen mit mind. 70 Grad gewaschen werden um auch die Floheier abzutöten.

Starker Flohbefall:
- Frontline für Hunde und Katzen - Anwendung und Dosierung bitte vom Tierarzt genau geben lassen. Nicht bei Marderchen unter 500 Gramm und nicht bei kranken oder geschwächten Tieren !

Bitte nicht: Advantix, Advocate, Advantage, Stronghold, Jacutin-Spray und auch keine anderen Spot On`s, Antiparasiten-Halsbänder.

Zecken

Hier gibt es verschiedene Entwicklungsstadien. Zum einen die normale dicke Zecke und die Zeckennymphen. Bei beiden Stadien gilt: Absammeln !! Hier ein paar Tipps zu den beiden Stadien:

Adulte Zecke
Das ist die Zecke die man gewöhnlich von unseren Haustieren her kennt. Erst klein und schwarz -dann mit zunehmendem Blutvolumen immer dicker uns oft heller. Bis zu Erbsengröße heranwachsend. Adulte Zecken und Nymphen haben 8 Beine. Mit einer normalen Zeckenzange (beim Tierarzt oder Zoohandel erhältlich) kann man die meisten Zecken sehr gut entfernen. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, die ganze Zecke zu erwischen - bleibt der Kopf in der Haut stecken, kann es Entzündungen geben.

Zeckennymphen
Das ist das Vorstadium der adulten Zecke (Ei - Larve - Nymphe - Zecke). Meist treten sie in hoher Anzahl auf, da sie an einem Platz aus den Eiern schlüpfen. Ein Zeckenweibchen legt zwischen 1000 und 2000 Eier. Liegt ein Marderchen genau an so einem Eiablageplatz kann es passieren, dass mehrere hundert Larven (haben nur 6 Beine) diese Chance nutzen, das Marderchen besiedeln und zu Nymphen werden. Gratuliere - haben sie so einen Pechvogel erwischt, haben sie einige Stunden vor sich. Am besten sollten sie dazu zu zweit sein. Einer hält das Marderchen fest, der andere entfernt mit einer spitzen Pinzette (Zeckenzange ist hier nutzlos) die kleinen weißen angesaugten Nymphen. Stellen sie sich ein kleines Gefäß mit Alkohol daneben und waschen sie die Pinzette samt Nymphe darin ab. Die Nymphen sind winzig klein und sie werden niemals alle in einer Behandlung erwischen. Aber bitte gönnen sie dem Marder und sich immer wieder längere Pausen. Die Behandlung kann auch auf 2 Tage aufgeteilt werden. Oft findet man später immer wieder welche, die zuvor noch zu winzig waren.
Hauptsächlich betroffen sind folgende Stellen: Ohren, Ohrmuschel, alle Füße auch zwischen den Zehen, Augenränder, Mundwinkel und der gesamte Kopfbereich.

Den jungen Iltis auf dem Foto hat es voll erwischt. Übersät mit Zecken wurde er total geschwächt gefunden. Lange hätte das Tier so nicht mehr überlebt. Eine solche Menge an Zecken ist nicht zu unterschätzen: Blutverlust, Toxine (Gift) im Körper, zunehmende Schwäche.... Hier muß schnell gehandelt werden - sofort alle Zecken absammeln und das Tier stabilisieren. Eine Entgiftung kann gut homöopatisch unterstützt werden mit Okoubaka. Aber auch Traumeel wäre sinnvoll - es hilft bei der Heilung der Wunden auf der Haut.

Bitte nicht:
- Verwenden sie bitte keine Öle (Neem, Teebaum usw.) oder Desinfektionsmittel um die Zecken zu ersticken oder abzutöten. Dies hat meist schlimme Entzündungen und Hautirritationen zur Folge.
- Keine "Spot On" Präparate benutzen wie Frontline, Ivermectin, Advantix, Exspot usw.
- Pflanzliche Zeckenmittel sind zwar mild aber dauern oft einfach zu lange bis die Wirkung eintritt.
- keine Zeckenhalsbänder

Milben

Milben sind eine kritische Sache - vor allem bei Marderbabys. Deshalb bitte beim Tierarzt erst abklären, ob und um welche Milben es sich handelt. Dann bitte mit dem Tierarzt zusammen abwägen, was zu tun ist. Ein Versuch mit Exner einmal tgl komplett einsprühen über 1 Woche lang hat schon oft geholfen.
In manchen extremen Fällen verwenden wir "Stronghold für kleine Hunde und Katzen bis 2,5 kg (15 mg)". Hier ist jedoch ganz genau die Dosierung zu beachten. Wie alle Spot on Präparate ist es sehr hoch wirksam und dementsprechend giftig - also auf keinen Fall prophylaktisch anwenden ! Um eine genaue Dosierung zu erreichen hilft es die ganze Tube in eine Spritze aufzuziehen und dann entsprechend nach Gewicht des Marders zu berechnen. Die Flüssigkeit kann dann direkt von der Spritze (natürlich ohne Nadel) auf die Haut in den Nacken aufgetragen werden.

Haarlinge werden gerne mit Zeckennymphen verwechselt. Sie haben jedoch oft einen leichten grün- oder gelbstich und siedeln gerne zwischen den Zehen. Neben "Absammeln" kann ein starker Befall mit lokalem aufsprühen von
-Frontline-Spray behandelt werden. Jedoch auf keinen Fall bei Marderbabys unter 500 Gramm oder bei geschwächten Tieren. Das Einartmen des Sprays ist absolut zu vermeiden - deshalb sollte das Spray, unter Verwendung von Einweghandschuhen auf die Hand gesprüht werden und dann an den betroffenen Stellen leicht auf das Fell eingetupft werden. Weniger ist mehr !! Auch dies ist eine giftige Substanz die bei falscher Handhabung schlimme Folgen haben kann.
Bitte nicht: Advantix, Advocate, Advantage, Stronghold und auch keine anderen Spot On`s

Maden

Fliegen legen ihre Eier meist an feuchten, warmen, stinkenden Stellen ab. Im Sommer entwickeln sich daraus in kürzester Zeit Maden - oft innerhalb einiger Stunden. Die Aufnahme dieser Eier und Maden über das Futter stellt kein Problem dar - wird von der Magensäure gut verdaut. Allerdings kann die kleinste Verletzung am Tier und sogar ein wenig verschmierter Kot im Fell dazu führen, dass die Fliegen hier Beute wittern. Selbst der geringste Befall kann tödlich enden, wenn nicht sofort gehandelt wird.
Maden sofort absammeln !! Falls sich Maden in den Ohren befinden, die Öffnungen mit einer alkoholhaltigen Lösung betreufeln (max. 2 Tropfen auf 1 ml Wasser)- bitte nicht in die Augen bringen - darauf kommen die Maden aus den Ohren gekrochen und man kann sie absammeln. Maden die in Körperöffnungen gelangen können Schäden mit Todesfolge anrichten. Die Haut mit Kamilletee oder Rivanol reinigen.

Bei extremen Madenbefall mit Madenbefall kann vom Tierarzt verdünntes Dectomax gesprüht werden (Dectomax-Injektion verdünnt mit NACL 1:30 )

Falls der Madenbefall aufgrund einer darunterliegenden Verletzung ausgelöst wurde, muss der Tierarzt aufgesucht werden.

Innere Parasiten (Endoparasiten)

Um Darmparasiten nachzuweisen muss eine Kotprobe bei ihrem Tierarzt untersucht werden (Flotationsverfahren bzw. Einsendung ins Labor). Nur wenn wirklich ein starker Befall von Parasiten befundet wird, sollte man mit Entwurmungsmitteln behandeln. Ein schwacher Wurmbefall stärkt das Immunsystem bei Wildtieren und sollte daher nicht behandelt werden wenn nicht deutliche Symptome (Durchfall, Abmagerung, Inappetenz) vorhanden sind. Generell heißt es bei jeder Art von Behandlung mit Antiparasitika: Das Marderchen muss zunächst in einen stabilen Zustand gebracht werden. Selbst das "mildeste" Mittel ist eine chemische Keule und kann bei einem geschwächten Organismus zum Tod führen.

Würmer

Bei Marderbabys - Milchbabys dürfte es keine Rund- oder Bandwürmer geben, da durch die Mardermilch keine Würmer übertragen werden. Es müßten ungünstigste Verhältnisse aneinandergereiht stattfinden, dass sie so ein kleines Marderchen Würmer einholt. Ein dicker Bauch allein ist absolut kein Indiz auf Wurmbefall - vorallem die Umstellung von der Muttermilch auf eine Aufzuchtmilch verursacht bereits einen dicken Blähbauch (dieser ist mit Schüssler Nr. 7 als Globuli und Zusatz von Fencheltee gut zu vermeiden).
Rundwurmbefall kann am besten mit Banminth oder Flubenol behandelt werden (diese Mittel wirken im Darm wo sie hingehören). Hierzu bitte die genaue Dosierungsanleitung des Herstellers beachten und genau nach Gewicht berechnen.
Bandwurmbefall kann nur mit dem Wirkstoff "Praziquantel" behandelt werden. Das Bekannteste Präparat ist hier "Droncit". Vorsicht bei Kombipräparaten - sogenannte Komplettentwurmungen beinhalten wiederum mehrere Wirkstoffe. Es sollte jedoch wenn möglich nur der Parasit behandelt werden, der tatsächlich vorhanden ist.

Lungenwurmbefall kann mit einer Panacur-Kur behandelt werden. Bei geschwächten oder jungen Mardern ist das jedoch etwas heikel. Es sollte zunächst jegliche Art von Entzündung in der Lunge behandelt werden - dazu ist eine 3-Tage-Gabe mit Cotrim sinnvoll (Dosierung berechnen wir ihnen gerne - bitte Gewicht angeben). Dann kann mit der milderen Version der Kur begonnen werden. 5 Tage lang je einmal 25 mg Fenbendazol pro kg KGW (bitte Dosierung genau nach Gewicht berechnen). Wir empfehlen ergänzend zur Kur: SymbioPet, Schüssler Nr.: 4, 9, 10 (Globuli) mehrmals täglich, Okoubaka mehrmals tgl., bei fehlendem Appetit kann auch noch Reconvales Tonium eingesetzt werden.

Bitte nicht: Keine Kombi-Entwurmungen wie Milbemax. Kein Advocate, Profender, und auch keine anderen Spot On`s - hier kann es zu einer Leberschädigung kommen. Auch Mitteln wie Ivomec oder Levamisol sind mit absoluter Vorsicht zu begegnen - geschwächten Mardern kann es schnell das Leben kosten.

Kokziden

Kokzidien sind bei Jungtieren sehr gefährlich und können zum Tod führen. Bei hochgradigem Kokzidienbefall ist Cotrim einzusetzen. Eine Behandlung sollte nur erfolgen, wenn tatsächlich hochgradig Kokzidien im Kot nachgewiesen wurden und das Marderkind dementsprechend schwerwiegende Symptome zeigt. Falls Sie Katzen oder andere Haustiere haben, müssen auch die getestet und behandelt werden. Auch kleine Marderchen und Babys können bereits Kokzidienbefall haben. Falls Blut im Kot ist oder ein Durchfall nicht nachläßt, sollten sie den Kot beim Tierarzt untersuchen lassen. Dazu bitte eine Sammelkotprobe abgeben - mind. 3 versch. Kotproben sammlen.
Alle Säugetiere können Kokzidien haben und es kann auch ein Befall vorliegen, ohne das Blut im Stuhl zu sehen ist. Meistens geht auch noch Gewichtsverlust mit einher. Ist der Befall nur geringgradiger und das Marderchen bei gutem Allgemeinbefinden sollten sie es gut beobachten.

"Cotrim Suspension für Kinder". Cotrim ist oral zu verabreichen und verschreibungspflichtig - ein Rezept erhalten sie bei ihrem Tierarzt. Die Dosierung ist 0,5 ml/kg KGW zweimal tgl. In Österreich unter "Eusaprim K Suspension für Kinder" zu bekommen.

Beispiel: Ein Marderchen mit 500 Gramm bekommt 0,25 ml jeweils morgens und abends ins Mauli eingegeben.
Dauer der Anwendung bei Kokzidien: 14 Tage. Das ist nötig, da die Kokzidien einen komplizierten Entwicklungszyklus haben.

Achtung Nebenwirkungen (wenn auch sehr selten): grüner Kot durch Calciummangel, Hautknoten (verschiebbar), trockene Augen - mit Kochsalz-Augentropfen lindern.
Generell sollte zu jeder Antibiotika-Therapie mit den Schüssler-Salzen 4, 9 und 10 gepuffert werden (mind 3-5 mal tgl je 5 Globuli bzw. eine Tablette).
Wie immer - bei Marderchen unter 8 Wochen nur Globuli verwenden.

Im Anschluß an die Behandlung muss die Darmflora wieder aufgebaut werden, da die Marder sonst später in der Freiheit kein ausreichendes Immunsystem haben. Dazu unbedingt mehrere Wochen mit BeneBac oder SymbioPet behandeln.
Gleichzeitig müssen alle Deckchen und Bettchen mit mind. 70 Grad gewaschen werden, um eine erneute Ansteckung zu verhindern. Außerdem die Flächen, Holz und Schlafplätze mit einem Dampfgerät reinigen (während der Cotrimkur täglich).

Andere Mittel wie Kokzidiol, Retardon und das Kombimittel Procox haben bei unserem Einsatz keinen Erfolg bei der Behandlung gebracht.
Eine Ansteckung erfolgt durch Kontakt mit dem Kot - deshalb sind Hygienemaßnahmen dringend nötig.

Die gute Nachricht zum Schluß: Über die Jahre konnten wir veststellen, dass eine leichte Kokzidiose von selbst verschwindet sobald die Marder in der Auswilderung sind. Dies liegt vorwiegend daran, dass sich mit dem deutliche größeren Platzangebot auch das Kotabsatzverhalten der Marder ändert und eine ständige Neuansteckung vermieden wird. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Marder ein gutes Immunsystem haben - weitere Voraussetzungen für eine erfolgreiche Auswilderung finden sie hier: Auswilderung-Allgemein

Giardien

Panacur (bei kleinen oder schwachen Marderbabys lebensgefährlich). Es kann ein Versuch gestartet werden. Aus unserer Erfahrung lohnt sich hier jedoch eher eine Darmsanierung.
Bitte vor einer Behandlung abklären ob Herz- oder Lungenwürmer vorhanden sind. Erfahrungsberichte zeigen, dass Panacur im Zusammenhang mit diversen Antibiotikas Reaktionen aufweisen können. Deshalb sollte ein ausreichender Abstand der verschiedenen Mittel eingehalten werden.
Gleichzeitig müssen alle Deckchen und Bettchen mit mind. 70 Grad gewaschen werden, um eine erneute Ansteckung zu verhindern. Außerdem die Flächen, Holz und Schlafplätze mit einem Dampfgerät reinigen.
Die Dosierung erfragen sie bitte bei ihrem Tierarzt - hier muss sehr genau nach Gewicht berechnet werden.
Im Anschluß an die Behandlung muss die Darmflora wieder aufgebaut werden, da die Marder sonst später in der Freiheit kein ausreichendes Immunsystem haben. Dazu unbedingt mehrere Wochen mit BeneBac oder SymbioPet behandeln.

Eine chemische Behandlung sollte jedoch nur eingeleitet werden wenn starke Symptome wie Durchfall auftreten.

 

Marderhilfsnetz  •  Copyright © 2015 by Karin Amann