Resume 2011

31.12.2011:

Und wieder ist ein anstrengendes Marderjahr vorbei. Das ein oder andere Marderkind kommt noch zur gewohnten Futterstelle aber die meisten sind bereits ausgewandert. Die derzeitigen Wetterverhältnisse (teilweise plus 10 Grad) lassen hoffen, dass die Jungmarder noch genug Mäuse finden und so den ersten Winter gut über die Runden kommen.

Die schönsten Erlebnisse:

Elias - der weiße Steinmarder ! Er war mein absolutes Highlight in diesem Jahr. So eine Besonderheit aufzuziehen und ihn dann auch noch erfolgreich auszuwildern ist sicher nicht zu toppen.
Special 2011 - "Elias" der weiße Steinmarder
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Die Geschichte eines Albino-Steinmarders.

Die schlimmsten Erlebnisse:

Ferdi - seine Geschichte hab ich bereits im Resume 2010 beschrieben. Seine Verletzung am Nasenrücken ist leider trotz Medikamenten und intensiver Pflege immer wieder aufgegangen, hat geeitert und genässt. Unser letzter Weg war es ihn nochmal operieren zu lassen. Die Zeit lief uns davon - zumal Ferdi langsam seine Instinkte ausleben wollte. Der OP-Tag war für mich extrem schlimm. wir wußten ja nciht genau, was sich in der OP zeigen würde.Obwohl ich selbst in einer Tierklinik arbeite und bei vielen OP's dabei war, konnte ich bei Ferdi nicht assistieren. Mein Herz war zu sehr involviert. Ich habe während dessen im Auto auf einen Anruf gewartet. Leider war der Anruf nicht so wie ich es gewünscht habe. Die Ärztin erklärte mir, dass Ferdi's Schädeldecke ein zu großes Loch hat, welches mit wilden Wucherungen selbst versucht hat sich zu schließen. In der Natur wäre das eine ständige Gefahr für ihn. Schon ein kleiner Ast oder ein Kampf mit einem anderen Tier könnte sein qualvolles Ende bedeuten. Obendrein wurde beim Entfernen des Sekrets in das Gehirn eingedrungen. Wir mußten also befürchten, dass er nach dem Aufwachen aus der Narkose geistig behindert sein würde - oder schlimmer. Und wieder mußte ich eine so fatale Entscheidung treffen.
Für eine Euthanasie standen die Argumente:
- sein Freiheitsdrang, den er nie ausleben dürfte
- lebenslange, schmerzhafte Wundreinigung
- geistige, evtl. sogar körperliche Behinderung
- Kastration und somit hormonelle Probleme
- schlimmstenfalls sogar Epilepsie
Gegen eine Eutha stand nur: Ich liebe ihn und will ihn nicht hergeben. Das allein reicht aber nicht aus ! Eine Entscheidung darf nie für uns entschieden werden - sondern für das Tier. Ferdi schlief noch während der Narkose ein ! Ich werde diesen wundervollen Marderjungen nie vergessen. Solche Entscheidungen treffen zu müssen (Gott zu spielen) sind die Schattenseiten meiner Arbeit. Trotz alledem weiß ich, dass Ferdi ein wundervolles Jahr leben durfte - ohne Hunger, ohne Angst. Diese Zeit und die Erinnerung kann mir niemand nehmen - das ist mehr als so manches Marderkind da draußen haben darf.

Smoodoo - auch über sein Schicksal habe ich schon erzählt. Smoodoo's Epilepsie kamm leider immer wieder. Trotz bester Medikamente, die immer wieder neu eingestellt wurden, kamen die Anfälle immer häufiger. Ein nicht aufhörender Anfall (status epilepticus) war dann der Entscheidungsgrund ihn gehen zu lassen. Smoodoo war aufgrund seiner Erkrankung ein besonders sanfter, liebevoller Marderbub. Sein Tod hat uns alle sehr traurig gemacht.

Cindy - meine Hündin. Ihr Tod war mein persönlicher "schlimmster Tag 2011".

Sonstiges: Es gab noch viele Ereignisse, die uns das Leben schwer machten. Immer wieder die vergeblich Suche nach Auswilderungsplätzen, diverse Fernsehsendungen in denen die Fallenjagd auf Marder verschönt wurde, generell die Fallenjagd welche kein Ende nimmt usw.

Besondere Fälle:

7 Iltisse - waren es dieses Jahr. Die Aufzucht und das Verhalten der Masken-Marder war etwas besonderes. Das schönste dabei: Die perfekten Auswilderungsplätze waren gegeben und auch für das neue Jahr sind diese Plätze reserviert.

Marder-Oskar 2011:

Marion L. aus Bayern von 0 auf 100 - Marion zog dieses Jahr ihr erstes Marderchen auf. Dabei suchte sie unsere Hilfe und fand eine neue Lebensaufgabe. Marion gestand, dass sie früher das Tier "Marder" wie so viele nur als "Kabelbeißer" bezeichnete. Als dann ihre kleine "Stinki" noch Gesellschaft von 2 anderen Marderkindern bekam war es um sie geschehen. Unser Glück, denn mit Marion haben wir ein neues Mitglied in unserer Mardermami-Gemeinschaft. Marion übernimmt sogar für die Saison 2012 die telefonische Zentrale für die Notfälle.

Marderhilfsnetz  •  Copyright © 2015 by Karin Amann